Unter Bonding/Port Trunking versteht man die Zusammenschaltung von 2 oder mehr Ethernet-Ports (NIC) zu einem logischen Port.

Die Konfiguration erfolgt über /etc/network/interfaces, dort werden zunächst die bisherigen Interfaces (mit Ausnahme von lo) entfernt um dann als Bond neu zusammengefasst zu werden:

auto bond0

iface bond0 inet static
    address 192.168.42.42
    netmask 255.255.255.0
    network 192.168.42.0
    gateway 192.168.42.1
    slaves eth3 eth4
    bond-mode active-backup
    bond-miimon 100
    bond-downdelay 200
    bond-updelay 200

Die ersten 6 Zeilen unterscheiden sich noch nicht von der normalen Konfiguration eines Ethernet-Ports, es werden IP-Adresse, Netzwerkmaske und das Gateway definiert. Anschließend werden die slaves, also die gewünschten echten Ethernet-Ports aufgeführt und konfiguriert.

Ist die Konfiguration abgeschlossen muss ggf. noch der Bonding-Treiber mit modprobe bonding geladen werden. Abschließend wird die neue Konfiguration angewendet: /etc/init.d/networking restart

bond-mode

Es gibt verschiedene Modi, die das Verhalten des Bonding-Interfaces beeinflussen:

Mode 0 balance-rr
Round-robin Policy: Übertragt Pakete über alle im Bonding enthaltene NICs. Dieser Modus bietet Lastverteilung und Redundanz.

Mode 1 active-backup
Active-backup Policy: Nur eine NIC ist aktiv. Die anderen NIC(s) springen nur im Fehlerfall ein. Dieser Modus bietet nur Redundanz.

Mode 2 balance-xor
XOR Policy: Mac-Adresse der NIC wird per XOR mit der Mac-Adresse des Ziels verknüpft. Dieser Modus stellt sicher das für ein bestimmtes Ziel immer die gleiche NIC verwendet wird. Dieser Modus bietet Lastverteilung und Redundanz.

Mode 3 broadcast
Broadcast Policy: Alle Pakete werden über alle NICs im Bonding verschickt. Dieser Modus bietet nur Redundanz.

Mode 4 802.3ad
IEEE 802.3ad Dynamic link aggregation: Erstellt ein Bonding mit NICs gleicher Geschwindigkeit und Duplex-Einstellungen. Der Switch muss Trunks nach 802.3ad unterstützen.

Mode 5 balance-tlb
Adaptive transmit load balancing: Ausgehender Verkehr wird, abhängig von der Last, über alle NICs verteilt. Eingehender Verkehr wird von der jeweiligen anderen NIC empfangen. Fällt eine NIC aus, übernimmt eine andere NIC im Bonding die Mac-Adresse der ausgefallenen Karte.

Mode 6 balance-alb
Adaptive load balancing: Wie balance-tlb, aber mit einer Lastverteilung für IPv4 Traffic. Dazu werden ausgehende ARP Anfragen manipuliert und jedes Mal eine andere Mac-Adresse einer NIC im Bonding verwendet.

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